«Wer Ohren hat, der höre»

Vor über 50 gebannt zuhörenden Gästen des Club Felix und der VCU Zürich sprach Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln über den christlichen Wert: «Wer Ohren hat, der höre.» Es war dies eine ebenso gehaltvolle wie anregende Fastenpredigt, die auf fruchtbaren Boden fiel.

Ein Heimspiel war für Abt Urban der Vortrag am Anlass des Club Felix vom 28. März 2019. Urban Federer ist in Zürich aufgewachsen und seine Eltern gehörten zu den Mitgliedern des Club Felix, wie deren Präsident Klaus Rüedy bei der Einführung schmunzelnd bemerkte.

Erinnern Sie sich an Malchus?

Abt Urban, der in diesem Jahr sein 25jähriges Priesterjubiläum feiern darf, fühlte sich in diesem Kreis sichtlich wohl und beleuchtete tiefgründig und spannend auch weniger bekannte Stellen der biblischen Geschichte. So begann er seine Fastenpredigt, zu der das schmackhafte Essen im Zunfthaus Zum Grünen Glas allerdings nicht ganz passte (Achtung: kleiner Scherz), mit dem heute kaum mehr bekannten Malchus, genau: mit jenem Knecht, dem Petrus anlässlich der Gefangennahme Christi das Ohr abgeschlagen hatte.

Doch während Malchus dank Jesus wieder zu seinem zweiten Ohr kam, hatte Jesus kurz zuvor am Teich Betesda (siehe Joh. 5) einen seit 38 Jahren kranken Mann zwar körperlich aber eben nicht seelisch heilen können. Und von dieser, wie Abt Urban es nannte, missglückten Heilung landete er ebenso unerwartet wie wirkungsvoll beim Mangel an Hoffnung, der heute so viele Menschen daran hindert, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Diese Haltung, betonte er, gilt nicht nur für einzelne Menschen, sondern ebenso für Kontinente, Europa zum Beispiel («Europa hat Angst – ist alt geworden»), und selbst für die (katholische) Kirche («die Kirche, die heute notwendiger denn je wäre, ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt»).

«Die Perspektive der Hoffnung»

Doch wie es sich für einen guten Prediger gehört, beendete Abt Urban seine fast einstündigen, höchst anregenden Ausführungen mit positiven Beispielen, mit Haltungen und Quellen, die uns helfen, die Perspektive der Hoffnung immer wieder neu zu entdecken und zu fördern. Als Beispiele nannte er den heiligen Benedikt und seine Regeln oder – und dies war sein Schlusswort – den Aufruf des Petrus in seinem ersten Brief (3.15): «Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn euch andere nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt.»

Mit lang anhaltendem Applaus verdankten die Anwesenden seine Ausführungen, die Gesprächsstoff für das anschliessende Mittagessen und weit darüber hinaus boten. Herzlichen Dank an den Club Felix und insbesondere an ihren Präsidenten Klaus Rüedy, dass wir uns diesem schönen Anlass anschliessen und so in grosser Zahl teilnehmen durften.

Literaturhinweis: Urban Federer, Quellen der Gottesfreundschaft, Paulus Verlag 2018. Unter anderem erhältlich in der Buchhandlung Strobel, Zürich.

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