«Die Zivilgesellschaft braucht starke Institutionen»

Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die knapp 20 anwesenden Mitglieder und Gäste der VCU Zürich bei alt-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer für ihr Impulsreferat.

Unter dem Titel «Das Schweizerische Rote Kreuz und Pro Juventute: unverzichtbar für unsere Gesellschaft» brachte Barbara Schmid-Federer, die von 2007 bis 2018 als Vertreterin der CVP des Kantons Zürich dem Nationalrat angehört hatte, zwei Institutionen näher, mit denen sie heute in leitender Funktion eng verbunden ist. Ihre Ausführungen ergänzte sie mit kurzen und gut reflektierten Beobachtungen zu ihrer langjährigen Tätigkeit als Nationalrätin. Sie wies dabei insbesondere darauf hin, dass die Schweiz, gerade in Fragen der Sozialpolitik, einen Weg zu mehr Härte und Kälte beschritten hat.

Jugendrotkreuz ist attraktiv

Es war dies eine Entwicklung, die sie nicht weiter auf den Bänken des Parlaments mitverfolgen wollte, sondern im aktiven Engagement der Zivilgesellschaft. So ist Barbara Schmid-Federer seit 2011 Präsident des Roten Kreuzes des Kantons Zürich und wird per 26. November 2019 das Präsidium der Pro Juventute Schweiz übernehmen. In beiden Institutionen sind, wie sie gerne betonte, tausende von Freiwilligen tätig und vor allem das Rote Kreuz findet auch unter jungen Menschen grossen Anklang. Das sei, wie sie betonte, auch das Verdienst, der kürzlich und viel zu früh verstorbenen Präsidentin des Rotes Kreuzes Schweiz, der ehemaligen Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz (1948-2019). Praktisch keine Nachwuchssorgen kennt auch das Jugendrotkreuz Zürich. Ein Geheimrezept gebe es dafür nicht, antwortete sie auf eine entsprechende Frage. «Wer für junge Menschen attraktiv sein will, muss Angebote machen, welche junge Menschen interessieren.»

Für Barbara Schmid-Federer, und dies wurde auch ihren Ausführungen immer wieder deutlich, sind diese gesellschaftlichen Engagements nicht aus einem Zufall heraus entsprungen, sondern aus dem eigenen Verständnis, sich aktiv für die Mitmenschen zu engagieren. Anstelle vieler Worte verwies sie schon zu Beginn ihrer Ausführungen auf das 2010 erstmals erschienene Buch von Markus Arnold „Politik und Ethik in christlicher Verantwortung“ (rexverlag, Luzern 2010), das sie allen zur Lektüre und als Leitschnur wärmstens ans Herz legte. Sie ist überzeugt, dass sich der Grad der Zivilisation gerade im Umgang mit den Schwächsten misst. Mit konkreten Beispielen verwies sie auf die unverzichtbaren Tätigkeiten dieser beiden Institutionen und konnte mit einem ansteckender Strahlen schliessen: «Und deshalb war der Entscheid richtig, mich nicht weiter innerhalb der politischen Strukturen zu engagieren.» Gerne wünsche wir Dir weiterhin viel Glück und das verdiente Glück der Tüchtigen.

 

 

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