Gedanken zum Jahresanfang

Hufeisen bringen Glück. Bild vom 29. Dezember 2021 in Fusagasugá (Kolumbien). Bild Roland Gröbli

 

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste der VCU Zürich,

Das neue Jahr ist wenige Stunden alt. Der Rutsch gelungen, die Vorfreude auf das neue Jahr gross. Was nehme ich aus dem 2021 mit?

Meine erste Feststellung mag erstaunen. 2021 war für mich, meine Familie und auch für die VCU Zürich in vielerlei Hinsicht ein äusserst gesegnetes Jahr. Ich will Sie, soweit es persönliche Dinge betrifft, mit Einzelheiten verschonen, aber wenn das 2022 so gut wird wie 2021, werde ich erneut sehr dankbar auf die jüngere Vergangenheit zurückblicken. Was nehme ich also, am Beispiel der VCU Zürich – und so auch ein bisschen von mir selbst – mit ins 2022?

Fokus auf das Beeinflussbare: Auch 2021 ging einiges in dieser Welt ab, auf das ich als Einzelperson oder wir als Verein, keinen Einfluss haben. Aber wir haben uns immer auf das konzentriert und das realisiert, was im Rahmen unserer Möglichkeiten lag. Ich kann diese Grundhaltung nur wärmstens empfehlen. Die Welt besteht nicht aus Problemen, sie existiert, weil wir immer wieder Lösungen finden. So erinnere ich mich mit Dankbarkeit und Freude an den ersten VCU-Spendenlauf im Juni 2021. In meinem Fall war dies ein Spaziergang rund um den Greifensee, an drei Abenden und je in unterschiedlicher Gesellschaft. Jeder Abend war gut, jedes Gespräch und jede Begegnung ein Aufsteller. Ich zehre bis heute von diesem Erlebnis. Gute Erfahrungen kosten nicht Kraft, sie geben Kraft.

“Verschieben ist keine Alternative”: Vor Jahresfrist habe ich an dieser Stelle geschrieben: “Absage ist keine Alternative”. Dieses Jahr möchte ich ergänzen: Verschieben ist keine gute Idee. So stand ich im vergangenen Juni vor dem Dilemma, am Geburtstagsfest eines alten Studienfreundes oder an 40 Jahre Matura, eine Feier, die von 2020 auf 2021 verschoben worden war, teilzunehmen. Nach langem Zögern gab ich der Geburtstagsfeier den Vorzug. Gottseidank! Dieses Geburtstagsfest war in vielerlei Hinsicht einmalig und unwiederholbar. Wir leben nur einmal. Leben wir!

Fokus auf das Nahe …: Ein in diesem Sinne ebenfalls einmaliges Erlebnis war das zweite 24h-TimeOut mit Zielort Propstei Wislikofen. Es braucht Nähe, gerade jetzt. Und deshalb doch etwas Persönliches. Zu meinen Höhepunkten im vergangenen Jahr gehören die Geburtstagsfeier und das Weihnachtsfest mit meiner Mutter (Jahrgang 1933) im Kreis der Kinder, Grosskinder und des bisher ersten Urgrosskindes. Sie lebt – gemäss ihren Worten – geschenkte Jahre. Mit ihrer Gelassenheit, Ruhe und Ausstrahlung macht sie der ganzen Familie ein unbezahlbares Geschenk. Dankbar bin ich, dass sie von einer Hausärztin betreut wird, welche sie medizinisch wie menschlich bestens betreut und darin unterstützt, die geschenkten Jahre zu leben. Habe ich schon geschrieben, dass wir nur einmal leben?

… und das Weite: Letztlich braucht es immer eine Balance. So erinnere ich mich ebenfalls mit Dankbarkeit an den Vortrag von Kurt Bobst über die Energiestrategie 2050, die Videokonferenz mit Koordinatoren der Swisshand in Afrika oder von Cyril Alther über seine Arbeit in Peru. In diesen Begegnungenging es um Themen und Perspektiven, die über die aktuellen Ereignisse hinaus von grosser Bedeutung sind. Das galt auch für den Vortrag von Nadia Holdener, die aus Anlass von 50 Jahre E-Mail, ein Jubiläum das erstaunlich wenig Beachtung fand, sehr viel Interessantes über Social Media vermittelte.

Fokus auf die VCU: Die VCU Zürich durfte 2021 fünf neue Mitglieder (vier Einzel- und ein Paarmitglied) neu in seinen Reihen begrüssen. Das ist ausserordentlich und – mit ein bisschen Eigenlob gesprochen – der verdiente Lohn für zwei ausserordentliche Jahre. Auch dank des äusserst aktiven und zuverlässigen Vorstandes, habe ich die beiden letzten Jahre so viel Zeit und Energie wie noch nie für die VCU Zürich aufgewendet. Aus gutem Grund und auch zu meinem eigenen Gewinn. Denn alles, was ich bisher angesprochen habe, finde ich eben im Schoss der VCU Zürich in besonderem Mass verwirklicht. Mein erster Dank geht an Myriam, Mathys, Levente Dobszay, Manuel Bächi und Willy Bischofberger, die mit mir zusammen den Vorstand bilden. Der zweite Dank geht an alle Mitglieder, die von unserem Angebot immer wieder Gebrauch machen und der dritte Dank an befreundete Vereine wie den Club Felix, die VCU Schweiz und die übrigen Regionalgruppen der VCU. Sie haben, manchmal mehr, manchmal weniger, mit uns gemeinsam Veranstaltungen organisiert oder sie unter ihren Mitgliedern weiter empfohlen.

Wir pflegen weiter die «freundschaftliche Verbundenheit»

Der Vorstand hat an einer ausserordentlichen Sitzung, in der wir uns schwergewichtig mit der Jahresplanung und mit der Mitgliedergewinnung beschäftigt haben, einstimmig bekräftigt, dass persönliche Begegnungen und Veranstaltungen mit persönlichere Präsenz das Hauptanliegen bleiben. Wir wollen, wie es auch in unseren Statuten steht, die «freundschaftliche Verbundenheit» pflegen, immer wieder und immer wieder auch mit neuen Anlässen und überraschenden Ideen. Dabei bleiben wir flexibel und versuchen, in jeder Situation das Beste daraus zu machen.

Bereits entschieden haben wir deshalb, dass wir im Januar 2022 wieder eine virtuelle VCU-Debatte durchführen, dies im Hinblick auf die Abstimmung über das Mediengesetz vom 13. Februar 2022. Für den zweiten VCU-Swisshand-Spendentag schlagen wir neu einen Brunch auf einem Bauernhof vor. Der Anlass findet am 26. Juni statt. Doch lesen Sie den Stand des Jahresprogramm selber nach. Bewusst finden sich noch Lücken. So sind wir flexibel, was uns allen gerade jetzt gut tut.

Genug der vielen Worte. Ich freue mich, viele von Ihnen in diesem Jahr wieder am einen oder anderen Anlass begrüssen zu dürfen. Und vor allem freue ich mich auf viele Begegnungen, die Kraft geben und Freude bereiten.

Dr. Roland Gröbli, Präsident VCU Regionalgruppe Zürich

 

Kleiner Nachtrag. Meine aktuelle Ferienlektüre ist der erste Roman von Hildegard Keller, im VCU Zürich bestens bekannt, über die Philosophin Hannah Arendt. Ein wunderbar reichhaltiges und spannendes Buch, dessen Lektüre ich wärmstens empfehlen kann. Hildegard Keller, Was wir scheinen, Roman, Eichborn Verlag 2021.

 

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